Netzwerkauftakt zur Veranstaltung "Beschäftigtengesundheit im Betrieb" im April

Dr. Siebecke BeschäftigtengesundheitUnser aus dem Arbeitskreis BGM entstandenes neues Netzwerk zur "Beschäftigtengesundheit im Betrieb" feierte am 23. April 2018 Premiere. Begrüßt wurden die rund 25 Teilnehmer von  Frau Dr. Dagmar Siebeke (siehe Foto). Sie übernahm auch den inhaltlichen Einstieg mit einem Impulsvortrag zum Thema "BurnON statt BurnOUT – Mit Feuer und Flamme im Beruf".

Inhalte der Präsentation:

Stress und Burnout – was ist das eigentlich

Burnout ist ein Risikozustand, der sich aus chronischem Stress ergibt. Betroffen sind Personen mit einer Ferrari-Mentalität, die hohe Ansprüche an sich selbst stellen – sei es Perfektionismus oder das permanente Streben, es allen recht zu machen oder das fortwährende Ignorieren der eigenen Grenzen. Diese Ferraris fühlen sich mit Leistungsbedingungen konfrontiert, die sie eben nicht als Highway wahrnehmen, sondern vielmehr als holprigen Feldweg. Sie spüren immer wieder Hindernisse bei der Erreichung ihrer hoch gesteckten Ziele. Das löst Stress aus, wenn der lange anhält, wird er chronisch und damit haben wir den Risikozustand Burnout erreicht. Das Risiko, was diesen Zustand ausmacht, ist das Auftreten von Erkrankungen wie Depression, Angsterkrankungen, Abhängigkeitsstörungen oder psychosomatischer Erkrankungen. Entsprechend ist nicht das Burnout selbst die Erkrankung, sondern es begünstigt das Auftreten von Erkrankungen und gesundheitlichen Störungen.

Betriebliche Ansätze der Burnout-Prävention

Vorgestellt wurden Ansätze der Verhaltensprävention wie Vorträge und Gesundheitstage zur Sensibilisierung, den dann aber auch Umsetzungsmaßnahmen folgen sollten wie Stressmanagement- oder Resilienztrainings, Entspannungskurse, psychologische Sprechstunden oder Gesundheitscoachings.

Die Verhaltensprävention sollte begleitet werden durch Maßnahmen wie Organisations- und Personalentwicklung, kontinuierliche Verbesserungsprozesse bei der Arbeitsgestaltung, Teamentwicklung und nicht zuletzt die Fortbildung von Führungskräften. Ziel sollte sein, dass das Gesundheitsmanagement nicht mehr nur eine isolierte Funktion im Unternehmen hat, sondern in alle Managementfunktionen und -tools als selbstverständliche Komponente integriert werden sollte.

 

Diskussion im Anschluss

Es erfolgte ein Erfahrungsaustausch darüber, wie der Handlungsbedarf erhoben werden kann. Insbesondere die Frage, ob eine standardisierte schriftliche Befragung durchzuführen ist oder ob die Daten aus Mitarbeitergesprächen und Workshops nicht bessere Informationen liefern und insbesondere für KMU praktikabler sind.

Mehrere Unternehmensvertreter berichteten über sehr positive Erfahrungen mit der Kooperation mit Krankenkassen. Es wurden Tipps ausgetauscht, wie man als KMU einen geeigneten Partner findet.

Weitere Fragen, die diskutiert wurden, waren:

  • Wie erreicht man Beschäftigte mit BGM-Maßnahmen, wenn die Mitarbeitenden dezentral eingesetzt werden (z.B. in der ambulanten Pflege oder im Vertrieb)?
  • Wie kann man BGM in Vollkonti-Betrieben umsetzen?

Im Anschluss tauschten die Teilnehmer bei einem Imbiss weitere Tipps und Erfahrungen aus. Wir danken Frau Dr. Siebecke für den interessanten Impulsvortrag und allen Anwesenden für den netten Nachmittag.

Das nächste Netzwerktreffen findet am Donnerstag, 21. Juni um 16.30 Uhr statt. Impulsreferent ist Dirk Wojtasik zum Thema „Finanzierungsmodelle für betriebliche Gesundheitsprävention“.

 

Foto: Dr. Dagmar Siebecke